Panorama von Füramoos vom Süden her

 

 
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  Chronik von Füramoos
Bernhard Schöllhorn
 
   
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Füramoos ist ein liebliches kleines Dorf am Rande des Allgäus. Eingebettet in sanfte Moränenhügel wird bereits Anfang des 12. Jahrhunderts von Füramoos berichtet. Erstmals ist der Ort 1143 als Füremos genannt. Während sich die Namensendung –moos eindeutig auf die Lage am Ried bezieht, kann die Vorsilbe Füra nicht mit letzter Sicherheit definiert werden. Dürfte jedoch auf die Lage vor dem Ried (vor dem Moos) hinweisen.

 
       
 
 

Nach der 1143 ausgestellten Urkunde hat Graf Rudolf von Bregenz-Montfort dem um 1100 gegründeten Benediktinerkloster Ochsenhausen das Gut Füramoos geschenkt und den Ritter Meingoz von Goppertshofen mit der Besitzgut übergabe beauftragt. 1193 bestätigte Papst Calixt III. dem Kloster auch eine Kirche zu „Vurimos“ und ist seit 1173 als Michaelskirche sicher bezeugt.

1733 bestand Füramoos aus 31 Familien und einer in "Simmerets". 1)

 
       
 
Durch den Reichsdeputationshaupt-schluss (Säkularisierung) ging Füramoos 1803 in den Besitz des Metternich’schen Obervogteiamts, das 1806 von Württemberg dem Oberamt Waldsee eingegliedert und 1809 aufgehoben wurde. 1825 wurde es vom Fürsten Metternich der Krone Württemberg verkauf. Im Königreich Württemberg gehörte der Ort zunächst zum Oberamt Ochsenhausen und nach dessen Auflösung zum Oberamt Biberach. 1938 in den Kreis Biberach. In der württembergischen Zeit wurde das Dorf dem Schultheißenamt Bellamont unterstellt. Erst 1828 erhielt Füramoos die Stellung einer selbständigen Gemeinde zurück. Durch Gesetz erfolgte dann zum 1. Januar 1975 die Zuordnung zur neu gebildeten Gemeinde Eberhardzell.
1958 erhielt die Gemeinde das Recht das Wappen von Füramoos zu führen. Die Waage weist auf den Kirchenpatron, den heiligen Michael, hin. Die Fahne entstammt dem Familienwappen der Grafen von Montfort.
Wappen Füramoos
 
       
   
Füramoos ist der Geburtsort des Ehrenbürgers der Gemeinde, Herrn Professor Dr. Gebhard Müller, von 1953 bis 1958 Ministerpräsident von Baden-Württemberg, danach, bis 1971, Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
Die Ortschaft Füramoos zählt heute rund 690 Einwohner.
 
       
 
Aus jener Zeit (1173) stammt noch der Turm der 1957 neu aufgebauten Kirche, welcher sich dem Besucher der sich Füramoos nähert als eines der erste Bauwerke von Füramoos zeigt. Richtet man den Blick vom unter Naturschutz stehenden Hochmoor „Füramooser Ried“ Richtung Kirche, sieht man noch den alten Wall, das „Wuhl“, welcher bis ins 20. Jahrhundert das Wasser zu einem vom Kloster Ochsenhausen bewirtschafteten Fischweiher aufstaute. Der Wall verdeckt auch den Blick auf den Ortskern von Füramoos. Jedoch jeden Mai überragt ein im Dorfzentrum aufgestellter stattlicher Maibaum den Damm und die umliegenden Häuser. Das Wuhl wurde in den 60er Jahren an der Seite abgegraben. Hinter der Kirche steigt dann die Landschaft von 673 m/üNN zum „hohen Bäumle“ auf stolze 712 Meter üNN an. Von diesem Aussichtspunkt, übrigens die zweit-höchste Erhebung des Kreises Biberach / Riß, hat man an schönen Tagen, und davon gibt es nicht wenige, einen überwältigenden Blick auf die Kulisse der Alpen. Von der Zugspitze bis zum Säntis kann man die ganze Kette bekannter Gipfel sehen. In die andere Richtung kann man noch die Turmspitze des Ulmer Münsters, mit 161,53 Metern der höchste Kirchturm der Welt!, erkennen. In Richtung Nordwesten ragt noch der „Bussen“, ein bekannter Wallfahrtsort aus der Landschaft. Im Füramooser Ried hat auch die Rottum, welche vor Ulm Ihr Wasser der Donau spendet, ihren Ursprung.
 
       
 

Holzweiher, Bild von Franz Schwarz Blick über den herbstlichen Holzweiher. Eine Aufnahme von Franz Schwarz.

Holzweiher, Damm, Bild von Franz Schwarz

Neben der oberschwäbischen Barockstrasse führt auch der Radfernweg Donau-Bodensee durch Füramoos. An den heißen Tagen des Jahres ist der weithin bekannte „Holzweiher“, ein beliebter Badesee der in seinem sauberen Wasser Abkühlung verschafft. Völlig natur-belassen (Umkleidekabinen, Duschen etc... gibt es nicht) wird im Gebüsch die Kleidung gewechselt. Lediglich jenseits des begehbaren Dammes ist ein Zeltplatz angelegt, welcher zur Ferienzeit von weit anreisenden (Pfadfinder-) Gruppen als „Lagerplatz“ genutzt wird. Auch der Holzweiher ist ein alt angelegter Fischweiher des Klosters Ochsenhausen. Direkt am Holzweiher liegt der Hof „Schlegel“, bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts ein bedeutendes Ziegelwerk. Einer der ersten Industriebetriebe von Füramoos. Rund ums Dorf liegen auch noch die Einödhöfe Knöbel, Fleischer, Weiden, Ego, Schweizer, Schwarz und Hörnle und im Simmers‘ Forster, Weber und Bayer.
 
       
 
Mit seinen rund 700 Einwohnern ist Füramoos eine, Zitat SWF: „heile Welt“, wo jeder jeden kennt, wo gegenseitige Hilfe kein Fremdwort ist, es keine Standesunterschiede gibt, ob arm oder reich, jung oder alt: Eine intakte Dorfgemeinschaft, welche ihre größeren Feste gerne in der neu erbauten Mehrzweckhalle feiert. Bei den vielen freiwilligen Helfern wundert man sich manchmal, dass noch Leute zum feiern übrig bleiben!! Für kleinere Feiern bietet sich die alte (präziser: die ehemalige - es gibt im Ort keine mehr) Schule an. Die Kleinen‘ werden jedoch im Kindergarten dahinter betreut. Federführend in kulturellen Dingen ist der Musikverein Füramoos welcher zur Mitte des 20.Jahrhunderts aus der Kolpingfamilie Füramoos hervorgegangen ist. Die Kolpingfamilie, neben dem Kirchenchor, den Landfrauen und der Schönstatt Gruppe ein weiterer Kulturträger von Füramoos.

 Internationales Publikum in Füramoos

Gemeinschaft zwischen jung, alt und international Brunhilde Carolin Klara + Eugen Josefine +

 
       
   
Der Ehrenbürger von Füramoos, Professor Dr. Gebhard Müller, 1900 in Füramoos geboren, war maßgeblich an der Gründung des Südweststaates Baden - Württemberg beteiligt, später dessen Ministerpräsident (1953 - 1958) und dann langjähriger Präsident des Bundesverfassungsgerichtes (1958 - 1971) in Karlsruhe. Davor Staatspräsident, Landtags- und Bundestagsabeordneter.
 
       
 

Müde Radler (s.o.) und gewöhnlich durstig und hungernde halten im Rössle‘ Einkehr bzw. ruhen sich aus. Auch bei Ositha Christ findet man für ein oder mehrere Tage Unterschlupf. Geistige Nahrung gibt es in der Kunst Galerie Hartmann. Neben den Haupterwerbslandwirten sorgen sich auch noch einige Nebenerwerbler‘ um den Erhalt und die Pflege der Landschaft rund um Füramoos. Natürlich machen sie teilweise mit ihrer Direktvermarktung auch. Weiteren Broterwerb im Ort bieten Holzleimbau Gröber, Recycling/Tiefbau Lämmle, Kräuter und Gewürze Herzel, Baugeschäft Stark, Maler Maucher, mech. Werkstätte und Installationen Koch, die Raiffeisenbank, Autohaus Brugger. Jemanden vergessen ?? Bitte melden, wird auch aufgenommen. Der größte Teil verdient sein täglich Brot jedoch in Biberach und Ochsenhausen, und hier wiederum bei der Weltfirma Liebherr.
Im Zuge der Gemeindereformen wurde Füramoos zusammen mit Oberessendorf und Mühlhausen am 01. Januar 1975 in die Gemeinde Eberhardzell eingegliedert. Amtierende Bürgermeister waren zu dieser Zeit in Eberhardzell Andreas Schmuker und in Füramoos Bernhard Schöllhorn (mein Vater).

1) Diese Information fand Manfred Schweizer im Kirchenbuch von Füramoos, Band 3, Seite 143. Danke!

Wappen Eberhardzell
 

 

Manfred Füramoos von weit oben Weg auf dem Damm Das Hohbäumle, der Berg mit 712 m